Posts Tagged ‘Indien’

Neue laufende Studie am TIM/TUHH: Indien als Markt mit Vorreiterfunktion?

Monday, September 17th, 2012

Im Rahmen des Forschungsprojektes Global Innovation haben wir eine neue Studie gestartet, die die eventuelle Vorreiterrolle Indiens bei preiswertigen Kleinautos (“small cars”) aus der Perspektive deutscher Automobilzulieferer untersucht. Für dieses Projekt suchen wir Kooperationspartner aus der Industrie. Wir würden uns über jede qualifizierte Kontaktaufnahme freuen. Alle Details zu der Studie finden Sie auf: http://www.global-innovation.net/projects/grd/india/auto/zulieferer.html

Indien als Markt mit Vorreiterfunktion? Eine Untersuchung aus der Perspektive der deutschen Automobilzulieferindustrie

A project of:

Project by: Rajnish Tiwari (Project leader) and René Neukirchner (student assignment as Master Thesis)

Start: June 2012

Duration: six months

Project Status: in progress (Sept. 2009)

Keywords: Automobilzulieferindustrie; Vorreitermarkt; F&E in Indien; Frugale Innovationen; Innovationsdiffusion; Schwellenländer; Industrienationen; Indien

Schlüsselwörter: Automotive Supplier Industry; Lead Market; R&D in India; Frugal Innovation; Innovation Diffusion; Emerging Economies; Developed Economies; India

Themenfeld

1.1 Indischer Automobilmarkt

Im Zeitraum 1997-2010 ist die Automobilproduktion (4-Achser) in Indien mit einer jährlichen Wachstumsrate von 15% um ein Vielfaches schneller angestiegen als der weltweiten Durchschnitt mit 3% (Vgl. Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles, 2011). Mit dieser Marktentwicklung ist Indien zum siebtgrößten Produzenten von Fahrzeugen (4-Achser) avanciert, noch vor Frankreich und Spanien und knapp hinter Brasilien und Südkorea. Im Vergleich zu den zehntgrößten fahrzeugproduzierenden Nationen, vor allem Brasilien und anderen Schwellenländern, hat Indien jedoch mit ca. 13 Pkw je 1000 Einwohner den niedrigsten Stand – Brasilien weist eine Dichte von 158/1000 auf, China eine von 45/1000 (Ghosh, Ray, & Dewan, 2011, p. 3). Unter diesen Voraussetzungen hat sich nach Angaben des indischen Automobilzulieferverbandes ACMA (Automotive Component Manufacturers Association of India) die Zulieferindustrie in Indien bis zum Fiskaljahr 2010/2011 zu einem Geschäftszweig mit einem Gesamtumsatz von 39,9 Mrd. US$ entwickelt. Davon entfallen Waren im Wert von 5,2 Mrd. US$ (13% d. Umsatzes) auf den Export, welcher hauptsächlich an Kunden nach Europa und Amerika geht. Weiterhin listet der ACMA in seiner Statistik einen Investitionswert von 2,3 Mrd. US$ für das selbe Fiskaljahr auf.

1.2 Vorreitermarkt (Lead Markt)

Länder sind als Vorreitermärkte zu bezeichnen, in denen eine Innovation als erstes übernommen und akzeptiert wird (Beise, 2004). In diesen Ländern haben die Kunden aufgrund lokaler Bedingungen einen größeren Nutzen in der übernahme neuer Innovationen als Kunden anderer Länder (Beise, 2004). Mit der Offenheit gegenüber neuen Technologien und der besonderen lokalen Marktbedingungen kann der Vorreitermarkt ein Ausgangspunkt für eine internationale Diffusion in andere Märkte sein, da die prägenden Bedingungen auch für diese Märkte von Relevanz werden können (Bartlett & Ghoshal, 1990; Beise, 2004). Die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Kundenakzeptanz einer im Vorreitermarkt angenommenen Innovation, ist damit höher, als die Akzeptanz einer konkurrierenden Innovation, sogar wenn diese bereits in anderen Ländern angenommen ist (Beise, 2004). Ein Engagement auf Vorreitermärkten kann somit für Unternehmen in unterschiedlicher Hinsicht vorteilhaft sein. Es kann z.B. als Orientierungshilfe im Entwicklungsprozess – auch bzgl. Entscheidungen für Entwicklungsstandorte – dienen aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlentwicklung und damit die Kundenablehnung reduzieren (Tiwari & Herstatt, 2012, p. 6). Untersuchungen von Herstatt et. al. (2008) zeigen, dass Indien Anzeichen eines Vorreitermarktes für einfache, kostengünstige und strapazierfähige Produkte zeigt. Es besteht somit eine Möglichkeit, dass Indien sich als Innovationshub für Fahrzeugtechnologien im A-Segment entwickelt und für Unternehmen als Ausgangspunkt für andere Märkte fungieren kann.

1.3 Innovationen aus Indien für Indien (und die Welt)?

Eine Bevölkerung von 1,2 Mrd. Menschen und 500.000 Absolventen pro Jahr der Ingenieurswissenschaften (Vgl. Pasvantis, 2010) zeugen von einem beeindruckend großen Markt und von einem riesigen Reservoir an talentierten jungen Menschen. Charakteristisch für die indische Volkswirtschaft ist aber auch das mit 1400 US$ geringe Pro-Kopf-Einkommen und die ungenügend ausgebaute Infrastruktur im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem gegenüber den Industrienationen. Die indischen Kunden benötigen und fragen daher andere Produkte nach, als z.B. für deutsche oder amerikanische Märkte Entwickelte. Aus diesem Grund sind zur Markterschließung und Bedienung der Nachfrage neue Geschäftsmodelle (Low-cost Business Models) und Produkte (Frugal Innovation) notwendig. Vor diesem Hintergrund betonen Kachaner et. al. (2011), dass multinationale Konzerne ohne ein entsprechendes Low-cost-Geschäftsmodell und ohne entsprechende Innovationen keine konkurrenzfähige Marktstellung in aufstrebenden Ländern wie Indien erreichen können und so nicht in der Lager sein werden, eine weltweite Führungsposition zu erringen oder zu verteidigen. Vor diesem Hintergrund und der Möglichkeit eines sich in Indien entwickelnden Lead Marktes für einfache, kostengünstige Technologien, ist eine enge Verknüpfung mit den Kunden vor Ort, mindestens durch eine lokale Marktforschung oder dem Aufbau von Entwicklungsstandorten in Indien, von Vorteil, um einen frühen und effizienten Zugriff auf Kundenanforderungen und -feedback zu bekommen und diesen in geeignete Produkte umzusetzen (Beise, 2004).

Zielsetzung

Wie die Strategieberatung A.T. Kearney (2008) feststellt, “[…] ist [es] nicht mehr ausreichend, von Deutschland aus Fahrzeuge für gänzlich anders gelagerte Märkte auf der ganzen Welt entwickeln zu wollen.” Es wird davor gewarnt, dass Deutschland seine Führungsrolle im Automobilbereich ohne Entwicklungskapazitäten in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) verlieren könnte. Die Masterarbeit soll das von A.T. Kearney benannte Problemfeld näher betrachten. Hierzu wird auf den Arbeiten von Tiwari, welche sich mit der Möglichkeit der Ausweitung des Lead-Markt-Begriffes auf Schwellenländer beschäftigen, aufgebaut. Die zentralen Fragen lauten: Wird Indien von der Automobilzulieferindustrie als potentieller Lead-Markt wahrgenommen und welche strategischen Implikationen (z.B. Aufbau eigener Entwicklungskapazitäten) ergeben sich dadurch? Zur Untersuchung und Beantwortung sind folgende Schritte notwendig:

  • Identifizierung deutscher Automobilzulieferer, die in Indien aktiv sind,
  • Mittels einer Befragung, Informationen zur Wahrnehmung des indischen Marktes und der strategischen Implikationen der identifizierten Unternehmen sammeln,
  • Bestätigen oder Negieren der Fragestellung bzgl. der Vorreiterrolle des indischen Automobilmarktes

Es wird zur Zeit eine Befragung durchgeführt.

Referenzen

  1. Bartlett, C. A., & Ghoshal, S. (1990): Managing innovation in the transnational corporation, in C. A. Bartlett, Y. Doz, & G. Hedlund (Eds.), Managing the Global Firm (pp. 215-255), London: Routledge.
  2. Beise, M. (2004)_ Lead markets: country-specific drivers of the global diffusion of innovations, in: Research Policy, 33(6/7), 997-1018.
  3. Ghosh, A., Ray, S., & Dewan, S. (2011): INDIAN PASSENGER VEHICLE INDUSTRY: GROWTH MOMENTUM TO CONTINUE, ICRA Limited, retrieved from http://www.icra.in/Files/ticker/PV-Industry-201103.pdf
  4. Herstatt, C., Tiwari, R., Ernst, D. & Buse, S. (2008): India’s National Innovation System: Key Elements and Corporate Perspectives, Hamburg: Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement.
  5. Kachaner, N., Lindgardt, Z., & David, M. (2011): Innovating low-cost business models, Strategy & Leadership, 39(2), 43-48.
  6. Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles (2011): World Motor Vehicle Production (2010 Statistics), Paris, retrieved from http://oica.net/wp-content/uploads/all-vehicles-2010.pdf.
  7. Pasvantis, K.(2010): Indien – Mehr Klasse statt Masse, retrieved from http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=74432.html.
  8. Soellner, N., Lange, G., & Weber, T. (2008): Deutscher Innovationmotor fährt bald hinterher, Düsseldorf: A.T. Kearney.
  9. Tiwari, R., & Herstatt, C. (2012): Frugal Innovations for the ‘Unserved’ Customer: An Assessment of India’s Attractiveness as a Lead Market for Cost-effective Products (Arbeitspapier). Hamburg: Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement.

[ For further enquiries, please contact Rajnish Tiwari ]

“Innovationsstandort Indien”: Einladung zur Veranstaltung am 7. Mai 2012 in Hamburg

Thursday, May 3rd, 2012

Der German-Indian Round Table Hamburg lädt zu einem Vortragsabend zum Thema “Innovationsstandort Indien” ein. Dabei geht es umrechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen in innovative Industrien in Indien.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit den Unternehmen PricewaterhouseCoopers und Taylor Wessing statt. Herr Bernd Mützelburg (Botschafter a.D. der Bundesrepublik Deutschland in Indien und Sonderbeauftragter a.D. für Afghanistan und Pakistan) hält einen Impulsvortrag. Zusätzlich hierzu gibt es Fachvorträge von Herrn Frank Quassowsky und Herrn Björn Delff (beide PwC), Herrn Dr. Philipp Manoj Behrendt (Taylor Wessing) und Herrn Rajnish Tiwari (GIRT/TUHH). Anschließend besteht bei einem Get-Together die Möglichkeit, sich in entspannter Antmosphäre mit den Referenten und anderen Teilnehmern auszutauschen.

Veranstaltungsort: Taylor Wessing, Hanseatic Trade Center, Am Sandtorkai 41, 20457 Hamburg

Datum/Uhrzeit: Montag, 7. Mai 2012, 18:00 bis ca. 20:00 Uhr mit anschließendem Get-Together

Weitere Infos und die Anmeldehinweise entnehmen Sie bitte dem beigefügten PDF-Dokument.

Um eine verbindliche Anmeldung bis zum 3. Mai 2012 wird gebeten. Bitte beachten Sie, dass wir aus Kapazitätsgründen die angenommenen Anmeldungen bestätigen werden.

Kleinkraftwerke in Indien: “Licht für die Ärmsten”

Tuesday, March 27th, 2012

In der neuen Ausgabe von Zeit Wissen (2/2012) berichtet der preisgekrönte Wissenschaftsjournalist Thomas Häusler über ein sog. “soziales Unternehmen” aus dem Bundesstaat Bihar in Indien:

Die indische Firma Husk Power Systems baut Kleinkraftwerke, die bezahlbaren Strom für die arme Landbevölkerung produzieren – und liefert damit ein Modell für eine neue Entwicklungshilfe durch “soziale Unternehmen”.

In diesem Zusammenhang berichtet er auch über die Chancen, die sich für Unternehmen öffnen, wenn Innovationskraft vor Ort genutzt wird. Der Autor zitiert in diesem Zusammenhang auch Rajnish Tiwari, Leiter des GIRT Hamburg und Wissenschaftler an der TU Hamburg-Harburg, mit den Worten, “dass es sinnvoll sein könne, nicht nur immer leistungsfähigere Produkte herzustellen, sondern auch günstigere, um neue Käuferschichten zu erschließen.”

[…] Bisher kamen die günstigen Produkte, die es bis auf die westlichen Märkte geschafft haben, zwar nicht von sozialen Unternehmen, sondern von herkömmlichen Konzernen im Süden. Doch Innovationsforscher Tiwari sieht im Segment der sozialen Unternehmen eine Innovationskraft entstehen, die künftig in den Norden ausstrahlen könnte. “Dabei darf man nicht nur an Produkte denken, sondern muss auch clevere Geschäftsmodelle in Betracht ziehen.”  […]

Kompletten Artikel lesen:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Indien-Husk-Power-System/komplettansicht

DESY kooperiert mit indischem Forschungszentrum

Thursday, December 22nd, 2011

Das Hamburger Forschungszentrum DESY öffnet seine Spitzenlichtquellen für die indische Wissenschaftsgemeinde

21.12.2011, 15:00 Uhr

Heute wurde im Hamburger Rathaus im Beisein der Hamburger Wissenschaftssenatorin und Zweiten Bürgermeisterin Dr. Dorothee Stapelfeldt ein Vertrag unterzeichnet, der eine indische Beteiligung an den Röntgenquellen PETRA III und FLASH festlegt. Die Vertragspartner DESY und Saha Institute of Nuclear Physics (SINP, Indien) konkretisieren damit eine Rahmenvereinbarung, die im Mai bei einem Indien-Besuch von Bundeskanzlerin Merkel geschlossen wurde. Indische Forscher bekommen für eigene und gemeinsam mit DESY durchgeführte Forschungsprojekte fünf Jahre lang jährlich über 3500 Stunden Messzeit an DESYs Forschungsanlagen zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug beteiligt sich Indien mit insgesamt 14 Millionen Euro am Bau der Erweiterung von PETRA III, der brillantesten Synchrotronstrahlungsquelle der Welt bei DESY.

Prof. Helmut Dosch, Vorsitzender des DESY-Direktoriums: „Wir haben eine klassische Win-Win-Situation. Großforschung war schon immer ein Vorreiter der weltweiten Zusammenarbeit, und wir bringen an unseren Spitzenlichtquellen äußerst talentierte und engagierte Wissenschaftler aus Indien und Deutschland zusammen.“

DESYs moderne Synchrotronstrahlungsquelle PETRA III und der welterste Freie-Elektronen-Laser für weiches Röntgenlicht FLASH bieten einmalige Forschungsmöglichkeiten und ein großes Potenzial für innovative, wissenschaftliche Experimente. Sie sind deshalb extrem attraktiv für die gut entwickelte Wissenschaftsgemeinde Indiens. PETRA III, die im Jahr 2011 den regulären Nutzerbetrieb aufgenommen hat, stellt zurzeit 14 Strahlführungen für hoch-intensives Röntgenlicht für die Forschung zur Verfügung. Von 2013 bis 2014 wird die Anlage mit zwei weiteren Experimentierhallen ausgestattet, die nochmals insgesamt 10 Beamlines beheimaten werden.

Indien plant selbst den Bau einer Synchrotronstrahlungsquelle der dritten Generation für hochenergetische Photonen und ist deshalb sehr daran interessiert, junge Wissenschaftler an den DESY-Experimentieranlagen auszubilden.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Zweite Bürgermeisterin und Senatorin für Wissenschaft und Forschung: „Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, diese Kooperation zwischen dem DESY hier in Hamburg und dem Saha Institute of Nuclear Physics (SINP) in Kalkutta zu vereinbaren. Bereits seit einigen Jahren arbeiten indische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und das DESY zusammen. Es ist ein wichtiger Schritt, diese Zusammenarbeit nun weiter zu vertiefen und indischen Wissenschaftlern nun auch die Möglichkeit zu bieten, sich mit Experimenten zur Nano- und Materialforschung zu beteiligen. Gerade die Nanotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Die Nanotechnologie hat das Potenzial, wichtige technologische Lösungsbeiträge zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit, beispielsweise der Energieversorgung und des Klimaschutzes, zu leisten.

Ich bin mir sicher, dass  die Vereinbarung für beide Seiten vorteilhaft sein und viele neue Erkenntnisse bringen wird.“

Weiterhin sind DESY und das SINP im Gespräch, um Möglichkeiten für weitere Kooperationen in den Bereichen Teilchenphysik und Instrumentierung von Beschleunigeranlagen auszuloten.

Rückfragen:

Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Dr. Thomas Zoufal
Tel.: 040 – 8998 1666
thomas.zoufal@desy.de

Kontaktmöglichkeit
Pressestelle der Behörde für Wissenschaft und Forschung Svenja Brandt, Pressesprecherin Hamburger Straße 37 22083 Hamburg
Tel.: Fax: E-Mail:
040 42863-2322 040 42863-3722 pressestelle@bwf.hamburg.de
Quelle: Pressemitteilung des Hamburger Senats
http://www.hamburg.de/pressearchiv-fhh/3204716/2011-12-21-bwf-desy-kooperiert-mit-indischem-forschungszentrum.html

DFG: “Wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland erreicht neue Dimension”

Monday, December 5th, 2011

Pressemitteilung Nr.56 | 3. November 2011

„Wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen Indien und Deutschland erreicht neue Dimension“

Immer mehr Forschungskooperationen mit hervorragenden Ergebnissen / Studie zu gemeinsamen Publikationen: Deutschland als Partnerland hinter USA auf Platz zwei  

Die Zusammenarbeit in der Forschung zwischen Indien und Deutschland wird immer intensiver. Dies hob der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Professor Matthias Kleiner, anlässlich einer Indien-Reise hervor, die ihn am 3. und 4. November 2011 an mehrere Universitäten und Forschungseinrichtungen in New Delhi führt.

„Die Kooperation zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern beider Länder hat eine neue Dimension erreicht“, sagte der DFG-Präsident im Gespräch mit Vertretern der indischen Presse am 3. November in New Delhi. „In vielen Bereichen der Grundlagenforschung gibt es nicht zuletzt durch die Förderung der DFG immer mehr gemeinsame Initiativen, die zu hervorragenden Ergebnissen führen. Dies gilt sowohl für die konkreten Forschungsprojekte als auch und besonders für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses“, so Kleiner.

Die wachsende Bedeutung der indisch-deutschen Zusammenarbeit belegt auch eine neue Studie zu gemeinsamen Publikationsleistungen, die Kleiner bei seinem Besuch in New Delhi der Presse und Öffentlichkeit vorstellte. Die von Dr. B. M. Gupta vom indischen National Institute of Science, Technology and Development Studies – NISTADS gemeinsam mit der DFG erstellte Studie bestätigt erstmals eindrucksvoll die weitläufig vermutete Hypothese der intensiven Kooperation zwischen Forschenden beider Länder. So entstanden zwischen 2004 und 2009 etwa 13 % aller internationalen Veröffentlichungen aus Indien in Kooperation mit deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Damit kam für die indischen Forscherinnen und Forschern Deutschland als Partnerland weltweit bereits an zweiter Stelle – nur mit amerikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstanden mehr gemeinsame Arbeiten (etwa 35%).

Die deutsche Institution mit den meisten indisch-deutschen Publikationen ist die Technische Universität Darmstadt, gefolgt von der Ludwig-Maximilians Universität München und der Universität Bonn; auf indischer Seite sind das Tata Institute of Fundamental Research (TIFR) Mumbai und die Punjab University Chandigarh führend. Bei den Forschungsgebieten entstanden die meisten gemeinsamen Veröffentlichungen in der Physik, es folgen die Chemie sowie die Genetik und Molekularbiologie.

Für die DFG ist die fruchtbare Forschungszusammenarbeit eine gute Ausgangslage für künftige Kooperationen: „Unser Ziel ist es, auf dieser Basis neue indisch-deutsche Initiativen so zu unterstützen, dass sie sich im qualitätsbezogenen Wettbewerb um Forschungs-Drittmittel durchsetzen können“, unterstrich DFG-Präsident Kleiner dazu in New Delhi. Eine besondere Rolle komme hierbei nicht zuletzt dem DFG-Verbindungsbüro in der indischen Hauptstadt und seiner Zweigstelle in Hyderabad zu.

Weiterführende Informationen

Informationen zur indisch-deutschen Forschungszusammenarbeit und zu den bilateralen DFG-Fördermöglichkeiten finden sich auf der Homepage des DFG-Verbindungsbüros New Delhi unter

Ebenfalls auf der Seite des Indien-Büros ist die Studie zu den indisch-deutschen Publikationen im Volltext zugänglich:

Ansprechpartner im DFG-Verbindungsbüro New Delhi zur bibliometrischen Studie und zu allgemeinen Fragen der Zusammenarbeit:

  • Dr. Torsten Fischer,
    Director,
    DFG Office India,
    2, Nyaya Marg,
    Chanakyapuri,
    110021 New Delhi,
    India
    Tel.: +91 11 4922-4999,
    Torsten.Fischer@dfg.de

Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle in Bonn zur bibliometrischen Studie:

  • Dr. Jürgen Güdler,
    Leiter Gruppe Informationsmanagement,
    Kennedyallee 40,
    53175 Bonn,
    Germany
    Tel.: +49 228 885-2649,
    juergen.guedler@dfg.de

Medienkontakt:

  • Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG,
    Tel.: +49 228 885-2443,
    presse@dfg.de