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Veranstaltungsankündigung: Indien als Herausforderung für “Hidden Champions”

Saturday, August 17th, 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

in weniger als einem Monat findet zum fünften Mal die India Week Hamburg statt.  Im Zeitraum vom 07. bis zum 15. September wird eine Vielzahl höchst interessanter Veranstaltungen zu wirtschaftlichen und kulturellen Themen dieses faszinierenden Landes angeboten.

Mit diesem Schreiben laden wir Sie sehr herzlich zu einem Symposium zum Thema

Indien als Herausforderung für „Hidden Champions“:
Erfolgsfaktoren der Marktbearbeitung für deutsche Mittelständler

ein, welches der German-Indian Round Table (GIRT) Hamburg am 10. September in Kooperation mit dem Institut für Technologie- und Innovationsmanagement der TU Hamburg-Harburg (TIM/TUHH) und der Handelskammer Hamburg organisiert. Weitere Unterstützung erfahren wir durch das Indische Generalkonsulat in Hamburg sowie unseren Medienpartner „Indien Aktuell“.

(more…)

Neue laufende Studie am TIM/TUHH: Indien als Markt mit Vorreiterfunktion?

Monday, September 17th, 2012

Im Rahmen des Forschungsprojektes Global Innovation haben wir eine neue Studie gestartet, die die eventuelle Vorreiterrolle Indiens bei preiswertigen Kleinautos (“small cars”) aus der Perspektive deutscher Automobilzulieferer untersucht. Für dieses Projekt suchen wir Kooperationspartner aus der Industrie. Wir würden uns über jede qualifizierte Kontaktaufnahme freuen. Alle Details zu der Studie finden Sie auf: http://www.global-innovation.net/projects/grd/india/auto/zulieferer.html

Indien als Markt mit Vorreiterfunktion? Eine Untersuchung aus der Perspektive der deutschen Automobilzulieferindustrie

A project of:

Project by: Rajnish Tiwari (Project leader) and René Neukirchner (student assignment as Master Thesis)

Start: June 2012

Duration: six months

Project Status: in progress (Sept. 2009)

Keywords: Automobilzulieferindustrie; Vorreitermarkt; F&E in Indien; Frugale Innovationen; Innovationsdiffusion; Schwellenländer; Industrienationen; Indien

Schlüsselwörter: Automotive Supplier Industry; Lead Market; R&D in India; Frugal Innovation; Innovation Diffusion; Emerging Economies; Developed Economies; India

Themenfeld

1.1 Indischer Automobilmarkt

Im Zeitraum 1997-2010 ist die Automobilproduktion (4-Achser) in Indien mit einer jährlichen Wachstumsrate von 15% um ein Vielfaches schneller angestiegen als der weltweiten Durchschnitt mit 3% (Vgl. Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles, 2011). Mit dieser Marktentwicklung ist Indien zum siebtgrößten Produzenten von Fahrzeugen (4-Achser) avanciert, noch vor Frankreich und Spanien und knapp hinter Brasilien und Südkorea. Im Vergleich zu den zehntgrößten fahrzeugproduzierenden Nationen, vor allem Brasilien und anderen Schwellenländern, hat Indien jedoch mit ca. 13 Pkw je 1000 Einwohner den niedrigsten Stand – Brasilien weist eine Dichte von 158/1000 auf, China eine von 45/1000 (Ghosh, Ray, & Dewan, 2011, p. 3). Unter diesen Voraussetzungen hat sich nach Angaben des indischen Automobilzulieferverbandes ACMA (Automotive Component Manufacturers Association of India) die Zulieferindustrie in Indien bis zum Fiskaljahr 2010/2011 zu einem Geschäftszweig mit einem Gesamtumsatz von 39,9 Mrd. US$ entwickelt. Davon entfallen Waren im Wert von 5,2 Mrd. US$ (13% d. Umsatzes) auf den Export, welcher hauptsächlich an Kunden nach Europa und Amerika geht. Weiterhin listet der ACMA in seiner Statistik einen Investitionswert von 2,3 Mrd. US$ für das selbe Fiskaljahr auf.

1.2 Vorreitermarkt (Lead Markt)

Länder sind als Vorreitermärkte zu bezeichnen, in denen eine Innovation als erstes übernommen und akzeptiert wird (Beise, 2004). In diesen Ländern haben die Kunden aufgrund lokaler Bedingungen einen größeren Nutzen in der übernahme neuer Innovationen als Kunden anderer Länder (Beise, 2004). Mit der Offenheit gegenüber neuen Technologien und der besonderen lokalen Marktbedingungen kann der Vorreitermarkt ein Ausgangspunkt für eine internationale Diffusion in andere Märkte sein, da die prägenden Bedingungen auch für diese Märkte von Relevanz werden können (Bartlett & Ghoshal, 1990; Beise, 2004). Die Wahrscheinlichkeit einer weltweiten Kundenakzeptanz einer im Vorreitermarkt angenommenen Innovation, ist damit höher, als die Akzeptanz einer konkurrierenden Innovation, sogar wenn diese bereits in anderen Ländern angenommen ist (Beise, 2004). Ein Engagement auf Vorreitermärkten kann somit für Unternehmen in unterschiedlicher Hinsicht vorteilhaft sein. Es kann z.B. als Orientierungshilfe im Entwicklungsprozess – auch bzgl. Entscheidungen für Entwicklungsstandorte – dienen aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlentwicklung und damit die Kundenablehnung reduzieren (Tiwari & Herstatt, 2012, p. 6). Untersuchungen von Herstatt et. al. (2008) zeigen, dass Indien Anzeichen eines Vorreitermarktes für einfache, kostengünstige und strapazierfähige Produkte zeigt. Es besteht somit eine Möglichkeit, dass Indien sich als Innovationshub für Fahrzeugtechnologien im A-Segment entwickelt und für Unternehmen als Ausgangspunkt für andere Märkte fungieren kann.

1.3 Innovationen aus Indien für Indien (und die Welt)?

Eine Bevölkerung von 1,2 Mrd. Menschen und 500.000 Absolventen pro Jahr der Ingenieurswissenschaften (Vgl. Pasvantis, 2010) zeugen von einem beeindruckend großen Markt und von einem riesigen Reservoir an talentierten jungen Menschen. Charakteristisch für die indische Volkswirtschaft ist aber auch das mit 1400 US$ geringe Pro-Kopf-Einkommen und die ungenügend ausgebaute Infrastruktur im Vergleich zu anderen Ländern, vor allem gegenüber den Industrienationen. Die indischen Kunden benötigen und fragen daher andere Produkte nach, als z.B. für deutsche oder amerikanische Märkte Entwickelte. Aus diesem Grund sind zur Markterschließung und Bedienung der Nachfrage neue Geschäftsmodelle (Low-cost Business Models) und Produkte (Frugal Innovation) notwendig. Vor diesem Hintergrund betonen Kachaner et. al. (2011), dass multinationale Konzerne ohne ein entsprechendes Low-cost-Geschäftsmodell und ohne entsprechende Innovationen keine konkurrenzfähige Marktstellung in aufstrebenden Ländern wie Indien erreichen können und so nicht in der Lager sein werden, eine weltweite Führungsposition zu erringen oder zu verteidigen. Vor diesem Hintergrund und der Möglichkeit eines sich in Indien entwickelnden Lead Marktes für einfache, kostengünstige Technologien, ist eine enge Verknüpfung mit den Kunden vor Ort, mindestens durch eine lokale Marktforschung oder dem Aufbau von Entwicklungsstandorten in Indien, von Vorteil, um einen frühen und effizienten Zugriff auf Kundenanforderungen und -feedback zu bekommen und diesen in geeignete Produkte umzusetzen (Beise, 2004).

Zielsetzung

Wie die Strategieberatung A.T. Kearney (2008) feststellt, “[…] ist [es] nicht mehr ausreichend, von Deutschland aus Fahrzeuge für gänzlich anders gelagerte Märkte auf der ganzen Welt entwickeln zu wollen.” Es wird davor gewarnt, dass Deutschland seine Führungsrolle im Automobilbereich ohne Entwicklungskapazitäten in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) verlieren könnte. Die Masterarbeit soll das von A.T. Kearney benannte Problemfeld näher betrachten. Hierzu wird auf den Arbeiten von Tiwari, welche sich mit der Möglichkeit der Ausweitung des Lead-Markt-Begriffes auf Schwellenländer beschäftigen, aufgebaut. Die zentralen Fragen lauten: Wird Indien von der Automobilzulieferindustrie als potentieller Lead-Markt wahrgenommen und welche strategischen Implikationen (z.B. Aufbau eigener Entwicklungskapazitäten) ergeben sich dadurch? Zur Untersuchung und Beantwortung sind folgende Schritte notwendig:

  • Identifizierung deutscher Automobilzulieferer, die in Indien aktiv sind,
  • Mittels einer Befragung, Informationen zur Wahrnehmung des indischen Marktes und der strategischen Implikationen der identifizierten Unternehmen sammeln,
  • Bestätigen oder Negieren der Fragestellung bzgl. der Vorreiterrolle des indischen Automobilmarktes

Es wird zur Zeit eine Befragung durchgeführt.

Referenzen

  1. Bartlett, C. A., & Ghoshal, S. (1990): Managing innovation in the transnational corporation, in C. A. Bartlett, Y. Doz, & G. Hedlund (Eds.), Managing the Global Firm (pp. 215-255), London: Routledge.
  2. Beise, M. (2004)_ Lead markets: country-specific drivers of the global diffusion of innovations, in: Research Policy, 33(6/7), 997-1018.
  3. Ghosh, A., Ray, S., & Dewan, S. (2011): INDIAN PASSENGER VEHICLE INDUSTRY: GROWTH MOMENTUM TO CONTINUE, ICRA Limited, retrieved from http://www.icra.in/Files/ticker/PV-Industry-201103.pdf
  4. Herstatt, C., Tiwari, R., Ernst, D. & Buse, S. (2008): India’s National Innovation System: Key Elements and Corporate Perspectives, Hamburg: Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement.
  5. Kachaner, N., Lindgardt, Z., & David, M. (2011): Innovating low-cost business models, Strategy & Leadership, 39(2), 43-48.
  6. Organisation Internationale des Constructeurs d’Automobiles (2011): World Motor Vehicle Production (2010 Statistics), Paris, retrieved from http://oica.net/wp-content/uploads/all-vehicles-2010.pdf.
  7. Pasvantis, K.(2010): Indien – Mehr Klasse statt Masse, retrieved from http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=74432.html.
  8. Soellner, N., Lange, G., & Weber, T. (2008): Deutscher Innovationmotor fährt bald hinterher, Düsseldorf: A.T. Kearney.
  9. Tiwari, R., & Herstatt, C. (2012): Frugal Innovations for the ‘Unserved’ Customer: An Assessment of India’s Attractiveness as a Lead Market for Cost-effective Products (Arbeitspapier). Hamburg: Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Technologie- und Innovationsmanagement.

[ For further enquiries, please contact Rajnish Tiwari ]

“Innovationsstandort Indien”: Einladung zur Veranstaltung am 7. Mai 2012 in Hamburg

Thursday, May 3rd, 2012

Der German-Indian Round Table Hamburg lädt zu einem Vortragsabend zum Thema “Innovationsstandort Indien” ein. Dabei geht es umrechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen in innovative Industrien in Indien.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit den Unternehmen PricewaterhouseCoopers und Taylor Wessing statt. Herr Bernd Mützelburg (Botschafter a.D. der Bundesrepublik Deutschland in Indien und Sonderbeauftragter a.D. für Afghanistan und Pakistan) hält einen Impulsvortrag. Zusätzlich hierzu gibt es Fachvorträge von Herrn Frank Quassowsky und Herrn Björn Delff (beide PwC), Herrn Dr. Philipp Manoj Behrendt (Taylor Wessing) und Herrn Rajnish Tiwari (GIRT/TUHH). Anschließend besteht bei einem Get-Together die Möglichkeit, sich in entspannter Antmosphäre mit den Referenten und anderen Teilnehmern auszutauschen.

Veranstaltungsort: Taylor Wessing, Hanseatic Trade Center, Am Sandtorkai 41, 20457 Hamburg

Datum/Uhrzeit: Montag, 7. Mai 2012, 18:00 bis ca. 20:00 Uhr mit anschließendem Get-Together

Weitere Infos und die Anmeldehinweise entnehmen Sie bitte dem beigefügten PDF-Dokument.

Um eine verbindliche Anmeldung bis zum 3. Mai 2012 wird gebeten. Bitte beachten Sie, dass wir aus Kapazitätsgründen die angenommenen Anmeldungen bestätigen werden.

“Firmen sollen in Indien investieren”

Wednesday, May 4th, 2011

Aus der heutigen “Die Welt” (4. Mai 2011), Autor: Stephan Maaß

Ein Bericht über die Veranstaltung “Indo-Hamburg Relations: On A Promising Path?“, organisiert vom German-Indian Round Table (GIRT) Hamburg am 2. Mai 2011.


Generalkonsulin will mehr Kooperationen

Das deutsche duale Ausbildungssystem sei ein Vorbild für den Subkontinent

Die Wirtschaft der Hansestadt verfügt über Stärken und Spezialisierungen, die in Indien zum Aufbau einer modernen Volkswirtschaft gebraucht werden. Das sagte so die indische Generalkonsulin in Hamburg, Murugesan Subashini. Sie sprach auf Einladung des German-Indian Round Table (GIRT), der am Montagabend in den Räumen der Anwaltskanzlei TaylorWessing stattfand. Der wirtschaftliche Fokus Hamburgs etwa auf erneuerbaren Energien, Schifffahrt, Logistik oder ziviler Luftfahrt entspreche Bereichen, in denen Indien Investitionen brauche.

“Der indisch-deutsche Handel stieg von 12 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 15 Milliarden im Jahr 2010”, sagte Subashini. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der indische Premierminister Manmohan Singh hätten zugesagt, diesen Wert bis 2012 auf 20 Milliarden Euro zu steigern. Der Anteil Hamburgs an dem Warenaustausch lag in dem Zeitraum zwischen acht und elf Prozent.

Seit 2002 ist der Handel zwischen Hamburg und Indien von 452 Millionen auf 1,27 Milliarden Euro gestiegen, sagte Rajnish Tiwari, Leiter des GIRT. “Hamburg spielt eine führende Rolle im deutsch-indischen Handel”, so der Gastgeber. Teilnehmer des informellen Kreises, der vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde, sind Geschäftsleute mit Beziehungen nach Indien.

Subashini, die das Amt der Generalkonsulin im Januar angetreten hatte und zuvor unter anderem auf Stationen in Kiew und London tätig war, betonte, dass die duale Ausbildung ein wichtiges Arbeitsfeld für die indisch-hamburgischen Beziehungen sei. “Hunderttausende von Doktoren und Ingenieuren werden in Indien ausgebildet, aber es gibt einen großen Bedarf an qualifizierten Fachkräften wie Elektrikern, Klempnern oder anderen technischen Berufen”, so die Diplomatin. Die deutschen Erfahrungen mit Berufsschulen und der Zusammenarbeit von Handelskammern mit der Wirtschaft könnten dazu genutzt werden, ein vergleichbares Ausbildungswesen in Indien aufzubauen. […]

Lesen Sie den kompletten Bericht direkt auf der Webseite von “Die Welt“:

http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13334861/Firmen-sollen-in-Indien-investieren.html

New publication: “Lead Market Factors for Global Innovation: Emerging Evidence from India”

Tuesday, April 5th, 2011

Lead Market Factors for Global Innovation: Emerging Evidence from India

By: Rajnish Tiwari and Cornelius Herstatt

Hamburg University of Technology (TUHH)

Institute for Technology and Innovation Management

Schwarzenbergstrasse 95, D-21073 Hamburg, Germany

Tel. +49 – (0)40 – 42878 3776 / Fax: +49 – (0)40 – 42878 2867

http://www.global-innovation.net/

Abstract

Securing access to “lead markets” is generally regarded as a key driver for the increasing globalization of innovation since these are considered to be “early indicators” for emerging customer needs. Such markets, therefore, offer a good chance of uncertainty reduction for in the innovation process of firms.  Lead markets are generally defined in terms of product segments within national boundaries and are thought to exist in economies with high per capita income, highly sophisticated markets and high international visibility.

We argue that there is increasing evidence of lead market tendencies in certain emerging economies, e.g. India. Both domestic and foreign-owned firms there, in recent years, have produced several internationally acclaimed “frugal innovations”, such as the Tata Nano or GE’s handheld ECG machine Mac400. Using several examples we demonstrate that India seems to have emerged as a global hub for low-cost, frugal innovations.

In this paper, we seek to crystallize the role of lead markets in globalization of R&D and identify the need for an update/extension to better reflect the changed ground realities. On the basis of emerging evidence we propose that sustained economic growth, voluminous markets, strong domestic technological capabilities, presence of foreign-owned R&D, and favorable government policies may be able to offset some of the disadvantages rooted in traditional deficiencies. Engaging a developing country lead market may be useful for firms in securing better access to markets at the bottom of the economic pyramid worldwide.

Keywords: Lead Markets; Global Innovation; Globalization of Innovation; Internationalization of R&D; Bottom of the Pyramid; Frugal Innovations

Download links:

1. http://www.global-innovation.net/publications/PDF/Working_Paper_61.pdf

2. http://www.tu-harburg.de/tim/downloads/arbeitspapiere/Working_Paper_61.pdf