Dienstag, 18. Dezember 2007

Weiter Weg nach Indien: SZ berichtet über Herausforderungen des Indien-Geschäfts

Die deutschen Autohersteller investieren im Schwellenland - doch nicht alles geht so schnell voran wie geplant

Von Michael Kuntz

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Bis zu 200 Millionen Menschen in Indien verfügen inzwischen über einen Lebensstandard wie in Europa.

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Unbeeindruckt von den Problemen anderer unterzeichnete Daimler-Vorstand Andreas Renschler am Montag einen Vertrag für ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Hero Group. Produziert werden sollen Modellvarianten von aktuellen Nutzfahrzeugen, die auf den indischen Markt zugeschnitten werden. Die vor gut 50 Jahren von der Familie Munjal gegründete Hero Group hat mit Honda bereits 20 Millionen Motorräder gefertigt. Indien gilt als Land großer Hoffnungen - und Enttäuschungen. Strommangel, die Bürokratie, ein kompliziertes Kastenwesen, schlechte Straßen tragen dazu bei. MAN musste seine Erwartungen in Indien korrigieren - statt 3000 wurden erst 100 Lkws produziert.

Aus Unternehmenskreisen von BMW ist zu hören, dass es auch in dem im März eröffneten Montagewerk Chennai größere kulturelle Schwierigkeiten gibt als bisher angenommen. Die landesübliche Zurückhaltung beim Formulieren eines deutlichen Nein ist danach sehr gewöhnungsbedürftig für das an klare Entscheidungen gewohnte deutsche Führungspersonal.

Quelle: Süddeutsche Zeitung
Nr.291, Dienstag, den 18. Dezember 2007 , Seite 24 (Auszügsweise dargestellt)