Düsseldorf/München, 10. Mai 2010 – Innovationsfähigkeit ist für die Life-Sciences-Branche nicht nur Schlüssel zum Markterfolg, sondern auch Grundbedingung für Wettbewerbsfähigkeit. Dennoch leiden gerade derzeit die F&E-Budgets unter krisenbedingten Kürzungen. Besonders harten Zeiten sehen die Biotech-Unternehmen entgegen: Knapp 300 Branchenexperten, die für die Deloitte-Studie „The Future of the Life Science Industry“ befragt wurden, schätzen, dass etwa ein Drittel der Unternehmen die nächsten Jahre nicht überstehen wird, insbesondere in Europa. Unabhängig davon ist nach Abebben der Krise mit einer moderaten Fortsetzung der M&A-Dynamik zu rechnen – es geht um strategische, weniger um marktopportunistische Motive. Die Konsolidierungseffekte werden deutlich spürbar sein – im Jahr 2015 wird der Markt nur mehr von einer Handvoll Player dominiert werden.
F&E – zu teuer und doch unverzichtbar
Besonders betroffen von Spar- und Kostenreduktionsmaßnahmen sind neben den Bereichen Ausrüstungsproduktion und Vertrieb auch die F&E-Abteilungen der Unternehmen. Geradezu ein Paradox: Obwohl die Studienteilnehmer mehrheitlich der Ansicht sind, Innovationen sei der wichtigste Faktor für Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, verringern derzeit knapp 40 Prozent hier ihre Investitionen. Die Lösung liegt in möglichst robusten, langfristig und nachhaltig angelegten F&E-Pipelines, die mit weniger Ressourcen mehr erreichen.
Forschung emigriert nach China und Indien
Mit dem Verschwinden der innovativen, aber kapitalschwachen Biotech-Unternehmen werden viele Talente nun für Großunternehmen tätig. Die Innovationsfähigkeit dieser Unternehmen wird, wenn sie es schaffen diese unterschiedlichen Unternehmenskulturen zu integrieren, entsprechend steigen – und die verbleibenden kleineren Anbieter umso mehr unter Druck geraten. Der Forschungsstandort Deutschland wird aber darunter leiden: Die großen Unternehmen werden ihre neuen F&E-Kapazitäten zunehmend in Indien und China aufbauen, wo die Talente und Märkte von morgen sind.
Quelle: Pressemitteilung von Deliotte, 10.05.2010, München